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Die berufliche Vorsorge im Spannungsfeld des offenen Marktes

Impressum: Dieser Beitrag von Franz Bühler, Verwaltungsfachmann für Personalvorsorge und Unternehmensberater bei B+B Vorsorge AG, ist am 16. März 2006 erschienen in der Publireportage der Surseer Woche, Seite 21.

Nicht nur zur Ergänzung der AHV-Rente wird die berufliche Vorsorge immer notwendiger. Auch ihre Bedeutung als Kostenfaktor nimmt laufend zu. Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen: Jeder KMU-Arbeitgeber wendet durchschnittlich 12,1 Prozent seiner Lohnsumme für die berufliche Vorsorge auf. Und auch für die Versicherten selber ist der Prämienanteil in den meisten Fällen gewachsen. Umso lohnender ist es deshalb, sich mit seiner Vorsorgelösung gründlicher auseinander zu setzen.

In der beruflichen Vorsorge setzen sich die Beiträge aus der Sparprämie, der Risikoprämie und den Verwaltungskosten zusammen. Bei gleichem Vorsorgeplan muss die Sparprämie logischerweise bei allen Anbietern gleich hoch sein. Entscheidend sind vor allem die Differenzen bei den Verwaltungskosten und der Risikoprämie. Sehr oft werden beide zusammen unter der Risikoprämie ausgewiesen und nicht separat aufgeteilt, obwohl die seit 1. April 2004 geltenden Transparenzvorschriften dies klar vorschreiben.

Worauf (Darauf) ist speziell zu achten

Im Wesentlichen ist eine bedarfsgerechte Lösung anzustreben. Dazu sind die Risikoleistungen für Tod und Invalidität höher zu versichern als dies eine BVG-Minimalleistung vorsieht. Wegen der geänderten Gesellschaftsstrukturen ist beispielsweise die Konkubinatsrente heute ein Muss für jede fortschrittliche Vorsorgelösung und sollte kostenlos eingeschlossen sein.

Das Sprichwort «Spare in der Zeit, so hast du in der Not» gilt angesichts der relativ sinkenden AHV-Leistungen in der Altersvorsorge mehr denn je. Zudem leben wir länger, deshalb sinken der Rentenumwandlungssatz und somit die Altersleistung in Zukunft weiter ab, was in einigen Fällen einer Einbusse von bis zu 25 Prozent auf den Altersleistungen entspricht.

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Zur Beurteilung der Offerten muss geprüft werden, ob die Leistungen richtig abgebildet sind. Da der Vorsorgeplan die Sparprämie definiert, muss diese bei allen Anbietern gleich hoch sein, womit eine gute Kontrollfunktion vorhanden ist.

Ausschlaggebend für die Wahl eines neuen Vorsorgeträgers sind, wie bereits erwähnt, die Unterschiede bei den Risikoprämien und Verwaltungskosten. Diese sind meist beachtlich. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Rendite auf dem Vorsorgevermögen. Oftmals entspricht die erzielte Performance nicht dem effektiv ausgeschütteten Zins. Für die Altersleistungen ist die Rendite der entscheidende Faktor: Ein Prozent mehr Zinsertrag während 40 Jahren erhöht die Rente um 20 Prozent. Gesellschaften, welche nur den BVG- Zins gewähren und garantieren, bieten wohl eine gewisse Sicherheit, leider entfällt hier auch ein beträchtliches Renditepotenzial.

Vermögensanlage

Bei den Kapitalanlagen tritt der grösste Unterschied zwischen den einzelnen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen zu Tage. Während die Versicherungsgesellschaften wegen der Kapitalgarantie mit niedrigen Aktienquoten von 5 bis maximal 10 Prozent operieren, liegen die Aktienquoten bei autonomen Sammelstiftungen im Bereich von 20 bis 50 Prozent.

Aktien unterliegen natürlicherweise gewissen Wertschwankungen, dafür ist der Ertrag langfristig auch höher. Die berufliche Vorsorge ist sehr langfristig ausgerichtet. Im Normalfall bezahlen die Versicherten während 40 Jahren Beiträge und beziehen dann über 25 Jahre eine Rente. Wer nun auf sehr hohe Aktienquoten und rasche Ertragssteigerung setzt, vernachlässigt die erforderlichen Sicherheitsaspekte. Denn bevor Überschüsse ausbezahlt werden können, müssen entsprechende Reserven gebildet werden, um Schwankungen bei den Aktien abzufedern. Hier liegt die Verantwortung beim Stiftungsrat, eine Strategie zu wählen, welche ein optimales Ertragspotenzial zu einem verträglichen Risiko (Volatilität) gewährleistet.

Profond Vorsorgeeinrichtung

Die Profond ist eine unabhängige Sammelstiftung, welche im Jahre 1990 gegründet wurde. Nach anfänglich eher geringem Wachstum ist die Profond unterdessen ein mittelgrosser Anbieter geworden. Derzeit sind rund 900 Firmen mit etwa 12 500 Versicherten angeschlossen. Das Anlagevermögen ist auf eine Milliarde Franken angestiegen. Das Stiftungsvermögen ist «in einem Topf» angelegt und erreichte in den letzten 15 Jahren eine durchschnittliche Performance von 6,2 Prozent, wovon durchschnittlich pro Jahr 5,1 Prozent an die Versicherten weitergegeben wurden. Diese attraktive Verzinsung der Altersguthaben sowie allgemein hohe Leistungen zu tiefen Kosten bei einer konstanten Preispolitik sind klare Zeichen dafür, dass sich die Profond vor allem für die Interessen der Versicherten einsetzt. So sind auch Lebenspartnerrenten inbegriffen und für den Sicherheitsfonds werden keine zusätzlichen Kosten erhoben. Weitere Stärken sind ein hoher Umwandlungssatz (auch im Überobligatorium) sowie volle Transparenz und offene Kommunikation. Dies wird mit persönlicher und kompetenter Betreuung durch ausgewiesene Fachleute gewährleistet.

Jahresverträge, flexible Plangestaltung, quartalsweise nachschüssige Fakturierung sowie ein Mitspracherecht an der Generalversammlung runden das Angebot der Profond ab. Die Einschränkung, dass sich Firmen erst ab vier Mitarbeitern anschliessen können, ist ein Aufnahmekriterium, welches vom Stiftungsrat erlassen wurde.

Allvor Sammelstiftung

Die Allvor ist eine Bankensammelstiftung für Unternehmen, die keine eigene Vorsorgeeinrichtung gründen und dennoch die Entscheidungen über die Investition ihrer Vorsorgegelder selbst treffen wollen. Der Kunde bestimmt die Anlagestrategie und partizipiert dadurch direkt am Erfolg der Kapitalmärkte. Unterstützt und begleitet wird er von Anlagespezialisten renommierter Banken oder externen Vermögensverwaltern.

Bei der Allvor wird für jedes Vorsorgewerk eine eigene Bilanz und Betriebsrechnung, ein eigenes Bankkonto und Wertschriftendepot geführt. Dadurch besteht höchste Transparenz bezüglich Leistungen, Kosten und Erträgen, analog einer autonomen Pensionskasse. Geplant ist ein Informatiksystem, das Kommunikation via Internet ermöglicht. Die Firma hat Zugriff zu den eigenen Daten und kann so Mutationen, Simulationen und Berechnungen, beispielsweise von aktuellen Lohnabzügen für neue Mitarbeiter, selbst vornehmen. Komplexe Sicherheitssysteme garantieren absolute Vertraulichkeit.

Die Allvor Sammelstiftung besteht seit drei Jahren und zählt 35 angeschlossene Unternehmen mit insgesamt 1800 Versicherten. Da die einzelne Firma das Anlagerisiko trägt, liegen die Durchschnittszahlen pro Vorsorgewerk bei 50 Versicherten und fünf Millionen Franken Vermögen, was deutlich höher als bei üblichen Sammelstiftungen ist.

Die Gelegenheit zum Optimieren nützen

Ein Wechsel des Vorsorgeträgers verursacht wohl zeitlichen Aufwand; unter dem Strich lohnt es sich bestimmt. Gerade jetzt nach der ersten BVG-Revision ist ein guter Zeitpunkt, die Personalvorsorge kritisch zu überprüfen. Viele Unternehmer haben Ihre Vorsorge nun langjährig in der gleichen Form abgewickelt. Erfahrungsgemäss ist vieles historisch gewachsen; so haben sich zum Beispiel die Unternehmensstrukturen und die Bedürfnisse geändert. Gerade weil die Problematik oft im Kleingedruckten steckt, gehen die PK-Verantwortlichen lieber auf Nummer sicher und ziehen eine Fachperson für ihre Pensionskassenfragen bei. Angesichts der grossen Beiträge für die zweite Säule lohnt sich ein Vergleich in fast jedem Fall.


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