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Der Gewinn den RentnerInnen!

Impressum: Interview mit Herbert Brändli (Details) – Abstimmungsdossier Rentenklau der Comedia, 29. Januar 2010.

Herbert Brändli ist eidgenössisch diplomierter Pensionsversicherungsexperte. Der ausgewiesene Fachmann ist klar gegen eine weitere Senkung des Umwandlungssatzes. Wir fragten ihn, weshalb.

Herr Brändli, Sie gehören zu den immer zahlreicheren Vertretern der Pensionskassen, die sich gegen eine weitere Senkung des Umwandlungssatzes engagieren. Was treibt Sie an?

Herbert Brändli: Die Erwerbstätigen verzichten, teils gezwungenermassen auf einen Teil ihrer Entlöhnung und leisten zur Vorfinanzierung ihrer Altersrente Beiträge in die Solidargemeinschaft Pensionskasse. Die EigentümerInnen an diesen Gemeinschaftsvermögen dürfen also zumindest erwarten, dass ihre Rente der Kaufkraft ihres heutigen Konsumverzichts entsprechen wird. Verwaltung und Erträge müssen mindestens mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten. Mit der Zustimmung zu tieferen Zins- und Umwandlungssätzen könnten diese Minimalziele nicht mehr erfüllt werden.

Wer profitiert von einer Senkung des Umwandlungssatzes?

Die versuchte Glättung von kurzfristigen Vermögensschwankungen basiert auf einem verqueren Risikoverständnis. Den Gewinn erzielen die Versicherer und Hedgefonds-Manager. Sie verursachen so hohe Opportunitätskosten und direkte Kosten, dass die verbleibenden Erträge nicht mehr ausreichen.

Die BefürworterInnen argumentieren demografisch: Weil wir immer älter werden, reiche das Geld nicht für die nachkommenden Generationen.

Die BefürworterInnen sagen auch, dass die laufenden Renten zu hoch seien. Damit bestätigen sie selbst, dass die Demografie für Pensionskassen nicht leistungshemmend sein muss. Die Zunahme der Lebenserwartung ist alterprobt und absehbar. Ihre finanzielle Abdeckung gehört zu den zentralen Aufgaben der Pensionskassen und ist kein Versicherungsfall.

Sie kritisieren also vor allem die Rolle der Versicherungen im Pensionskassengeschäft?

Jede Pensionskasse ist für ihr eigenes versicherungstechnisches Gleichgewicht verantwortlich. Werden Anlagerisiken auf Versicherungsgesellschaften ausgelagert, kommen für Aktive und RentnerInnen Grundlagen zur Anwendung, die in erster Linie den Gewinn der Versicherer sichern und mit Kostenzuschlägen versehen sind.

Durch die Wirtschaftskrise haben viele Pensionskassen viel Geld verloren, weshalb?

Pensionskassen sollen nicht spekulieren, sondern langfristig investieren. Ihre Vermögen wurden während der Krise zwar niedriger bewertet, gingen aber nicht verloren. Die Erfahrung lehrt, dass diese Buchverluste früher oder später wieder ausgeglichen werden. Definitive Verluste brachten hingegen spekulative Anlagevehikel, die zu raschen Gewinnen und Absicherungszwecken eingesetzt wurden. 

Herbert Brändli ist Betriebswirtschafter und Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte mit einem breit diversifizierten Auftragsportefeuille. Herbert Brändli ist Gründer und Leiter der B+B Vorsorge AG, welche sich zur Aufgabe gemacht hat, mehr Dynamik und Transparenz in die berufliche Vorsorge zu bringen und ihren Kunden eine fundierte Beratung sowie interessante Alternativen zu bieten. Zurück 

 


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