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Aktienanlagen: Strukturbruch?

Impressum: Dieser Artikel von Herbert Brändli, Geschäftsführer der B+B Vorsorge AG, ist erschienen als Leserbrief in der AWP Nr. 22, Dec03

Bulls & Bears

Angesichts der geplatzten Börsenblase sprechen heute einige Finanzgurus und Oekonomen von Strukturbrüchen. Sie sind sich auch einig, dass die Überalterung der Gesellschaft die Realzinsen nach unten drücken wird. Diese Schwarzmalerei und der Wachstumspessimismus sind vornehmlich lokal abgestützt und müssen aus globaler Sicht relativiert werden. Klagen nach dem letzten Einbruch, dass alles nicht mehr so sei, wie früher, greifen zu kurz.

Der Vergleich bezieht sich zumeist auf die letzten fünf bis zehn Jahre. Er berücksichtigt nicht, das ähnliche Verwerfungen und Einbrüche schon wiederholt aufgetreten sind. Seit 1925 hatte die Börse sechs Perioden mit massiven Kurseinbrüchen. Jedesmal waren andere Ursachen massgebend. Tatsächlich folgten den Krisen meist längere Durststrecken. Bis der ursprüngliche Stand wieder erreicht war, vergingen jeweils drei bis dreizehn Jahre.

So war es nach dem Crash von 1929 und der folgenden Depression, der längsten Zäsur in der Börsengeschichte. Sie dauerte bis 1935 und brachte Börsenverluste von über 41 Prozent.

Noch heftiger war der Crash infolge der Erdölkrise und der wachsenden Teuerung in den USA von 19973/74. Er kostete die Investoren rund die Hälfte ihrer Vermögen.

Zwischen 1961 und 1966 war in einem insgesamt gesunden wirtschaftlichen Umfeld ein Minus von 37 Prozent zu verbuchen.

Einer Hausse von 1982 folgten noch drei schwere Kurseinbrüche: der Crash 1987 mit einem Kursrückgang der Aktien in der Schweiz um 30 Prozent, die Krise in Kuweit 1990 und – noch in «bester» Erinnerung – der Absturz 2001/02, der sich gegenüber den vorerwähnten Baissen vergleichsweise bescheiden ausnimmt. Auch der beobachtete starke Anstieg der Volatilität ist im historischen Vergleich nicht ausserordentlichen und durchaus mit vergangenen Krisen vergleichbar.       top ↑


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